Züripontonier

Über uns

Verein

Wir sind der Pontoniersportverein Zürich – kurz auch Züripontonier. Wir haben unser Vereinshaus auf der Werdinsel, jedoch trainieren wir weiter flussaufwärts oberhalb des Hönggerwehrs auf Höhe des Hardeggstegs.
Der Pontoniersportverein Zürich wurde 1880 gegründet und war Ausrichter des ersten Eidgenössischen Wettfahrens 1894 – ein Jahr nach der Gründung des Schweizerischen Pontoniersportverbandes.

Wir trainieren zweimal wöchentlich im Sommer, und wöchentlich im Winter. Mehr zu unseren Aktivitäten

Die Gründung des Pontonier-Fahrvereins Zürich

Auszug aus unserem 100 Jahre Jubiläumsbuch

Es war am 15. August 1880 – im Jahr des Gotthardtunnel-Durchstichs – als sich, eingeladen von Pontonier-Hauptmann Kuhn, 21 Mann in der Kornhauswirtschaft zusammenfanden, um die Gründung eines Pontonier-Fahrvereins zu besprechen.
Zum grossen Teil waren es Mitglieder des bereits seit 1869 bestehenden Limmatclubs Zürich, in dem Differenzen entstanden waren über die Frage, ob man sich mehr dem Sportfahren oder dem militärischen Fahren hingeben solle.
Die Anhänger des militärischen Fahrens beschlossen, aus dem Limmatclub auszutreten, und bildeten nun in der Folge den Grundstock des Pontonier-Fahrvereins.
Doch trotz den damaligen Gegensätzen ist heute festzustellen, dass wir durch die grosse geschichtliche Vergangenheit unserer beiden Vereine in den Grundzügen den gleichen Zielen unseres schönen Wassersportes mit seinen vielseitigen Ausübungsmöglichkeiten zustreben. Möge daher auch in Zukunft das Gemeinsame erhalten bleiben und uns jederzeit kameradschaftlich verbinden.

Pontoniersport

Der Pontoniersport ist eine traditionelle, rein schweizerische Wassersportart. In der Sommersaison wird hauptsächlich das Rudern und Stacheln im Übersetzboot und Weidling trainiert. Hierbei fahren immer ein Vorderfahrer und ein Steuermann zusammen in einem Schiff. Als Jungpontonier – bis zum 20. Lebensjahr – wird im Weidling trainiert. Ab 21 Jahren wird man als "Aktivmitglied" bezeichnet und trainiert im 460 kg schweren Übersetzboot. Der Weidling ist mit 340 kg wesentlich leichter, und durch seine gewölbte Form viel wendiger als der Übersetzer.
Die Aufgabe des Steuermanns – auch Hinterfahrer genannt – ist es, das Schiff auf dem Fluss präzise und schnell zu manövrieren. Der Vorderfahrer agiert als Motor des Schiffes und macht feine Korrekturen, da er vorne Distanzen besser einschätzen kann.

Gerudert wird nur in der Flussmitte und auf dem See. Am Flussufer wird gegen die Strömung gestachelt, wobei der Stachel immer auf der Uferseite gesetzt wird. Um möglichst schnell und präzise ans Ziel zu kommen, ist neben Kraft und Geschick auch ein grosses Wissen über das Element Wasser nötig. Denn nur wer die verschiedenen Strömungen auf einem Fluss korrekt einschätzen kann, wird effizient an der richtigen Stelle landen.

In der Wintersaison halten sich die Pontoniere mit Schwimmen und Krafttraining fit.

Weidling

Weidlinge in Aktion an der Leistungsprüfung 2018.

Übersetzboot

Übersetzboot in Aktion beim Einzelwettfahren in Wallbach 2017.

Trainingsgebiet

Unsere Weidlinge beim Hardeggsteg.

Materialkisten

Hier versorgen wir die Stachel und Ruder.

Wettkämpfe

Jährlich messen sich die 41 Vereine der Schweiz in verschiedenen Disziplinen an etwa vier gesamtschweizerischen Wettfahren. Daneben gibt es mehrere kleine Wettfahren und Spezialwettkämpfe. Jedes Jahr wird eine Schweizer-Meisterschaft und eine Jungpontonier-Schweizer-Meisterschaft ausgetragen. Alle 3 Jahre findet ein sogenanntes “Eidgenössisches” statt mit allen Wettkampfdisziplinen: Einzelwettfahren, Sektionswettfahren und Spezialwettkämpfe.

Einzelwettfahren

Beim Einzelwettfahren muss jedes Fahrerpaar einen vorgegeben Parcour auf dem Fluss präzise und schnell abfahren. Bei jedem Wettkampfelement werden Punkte vergeben; Je mehr Punkte man erreicht, desto bessere Chancen hat man auf den Sieg.

Stachelfahrt

Die Stachelfahrt bezeichnet eine vorgegebene Strecke am Flussufer, die gegen die Strömung gefahren wird. Massgebend ist die benötigte Zeit, diese wird anschliessend in 1 bis 10 Punkte umgerechnet. Bei dieser Disziplin ist es essenziell, dass beide Fahrer im Takt stacheln und eine optimale Distanz zum Ufer einhalten. Sobald man aus dem Takt gerät oder zu nahe an die Böschung fährt, verliert das Schiff seinen Schwung und somit Geschwindigkeit. Bei zu grossem Abstand zum Ufer kämpft man gegen die stärkere Strömung.

Abfahrt unterhalb einer Stange oder eines markierten Felsens

Ziel ist es den “Lappen” am Ende der Ausfahrt mit dem Bug des Schiffes zu berühren. Für das Berühren der scharzen oder weissen Felder werden Punkte abgezogen.

Umfahren eines markierten Felsens

Der sogenannte “Felsen” kann ein Brückenpfeiler, eine Schwimmplattform oder Ähnliches sein. Das Ziel ist es, den Felsen möglichst knapp zu unterfahren, in einem Winkel von 45°. Hierbei gibt es wiederum Abzüge falls der Felsen touchiert wird oder der Winkel nicht stimmt.

Durchfahrt

Die Durchfahrt ist das prominenteste Beispiel, da sie durch die 6 rot-weissen und schwarz-gelben Stangen in der Flussmitte ins Auge fällt. Eine Durchfahrt beim Schweizerkreuz gibt 10 Punkte, für berührte Stangen gibt es Abzüge.

Einfahrt

Im Unterschied zur Durchfahrt, muss die Einfahrt Heck voran passiert werden. Dieses Element gibt es nicht für die jüngste Kategorie.

Ziellandung oder Landung auf höchstes Ziel

Bei der Ziellandung muss der Bug des Schiffes auf Höhe des Schweizerkreuzes zum Stillstand kommen. Für zu grossen Abstand zum Ufer sowie für schräges Landen gibt es Abzüge. Eine Abwandlung der Ziellandung ist die Landung auf ein höchstes Ziel. Dabei ist es erlaubt über das Ziel hinauszuschiessen. Falls das Schiff zu tief ist muss der Steuermann kritisch zwischen Zeitverlust beim Hinaufrudern und Landungspunkten abwägen.

Sektionswettfahren

Das Sektionswettfahren wird von der Sektion – dem Verein – als Ganzes angetreten. Hierbei wird in Gruppen von drei bis fünf Schiffen gefahren. Jedes Schiff enthält zwei Fahrerpaare, die sich im Verlauf des Wettkampfes mehrfach ablösen. Am Schluss zählen die Punkte aller Schiffe zusammen. Zusätzlich zu den Elementen aus dem Einzelwettfahren kommen hier noch die gemeinsame Stachelfahrt und die gemeinsame Überfahrt dazu.

Gemeinsame Stachelfahrt

Die Schiffe müssen einen Abstand von einer halben Bootslänge zum vorderen Schiff einhalten und alle Fahrerpaare müssen im Takt stacheln.

Überfahrt und Landung in Linie

Bei der Überfahrt müssen die Schiffe im gleichen Takt rudern und in möglichst gleichem Abstand und Winkel gleichzeitig am anderen Flussufer landen.

Der Fahrchef gibt den Takt an und koordiniert sowohl die Überfahrt als auch die Stachelfahrt. Den Rest des Parcours fährt jedes Schiff individuell.

Spezialwettkämpfe

Die Spezialwettkämpfe umfassen 200m Freistilschwimmen, Schnüren und den Bootsfährenbau. Das Schwimmen findet je nach Gegebenheit im Hallenbad, Freibad oder im Fluss statt. Hierbei zählt einzig und alleine die Zeit. Beim Schnüren unterscheidet man zwischen Einzel- und Gruppenschnüren. Beim Bootsfährenbau wird mit 9 Pontonieren ein Drahtseil über den Fluss gespannt und anschliessend ein Übersetzboot daran als Bootsfähre befestigt.

Einzelschnüren

Bei einem vorgegebenen Parcour muss die Wettkämpferin die richtigen Knoten an den markierten Stellen anbringen. Schlussendlich zählt nur die Zeit, es gibt jedoch Zuschläge für Fehler.

Gruppenschnüren

In Gruppen à 3 Personen wird ein Schnürobjekt auf Zeit aufgebaut und anschliessend wieder – auf Zeit – abgebrochen. Das aktuelle Schnürobjekt stellt einen Tisch dar.

Alle Wettkämpfe werden in folgenden Kategorien angetreten:

Kategorie Alter Bezeichnung
I bis 14 Jungpontoniere
II 15 bis 17
III 18 bis 20
C 21 bis 42 Aktivmitglieder
D ab 43 Senioren
F ab 15 Frauen

Beispielparcour Einzelwettfahren

Beispielparcour Sektionswettfahren

Schweizerischer Pontonier-Sportverband

Der Schweizerische Pontonier-Sportverband (SPSV) verbindet 41 Pontoniervereine in der Schweiz. Er fördert und betreibt das Wasserfahren als Pontonier- und Wettkampfsport und stellt die Nachwuchsförderung sicher. In Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (Militär) stellt der SPSV die vor- und ausserdienstliche Pontonierausbildung in der Armee sicher. Im Gegenzug stellt die Armee dem SPSV das benötige Pontoniermaterial kostenlos zur Verfügung.

Vereinsübersicht

Lage der 41 Vereine

Verbandsorgan

Der "Pontonier" mit Linda und Ilaria auf der Titelseite.

Ranglisten

Armin und Florim auf dem 6. Rang zum Saisonabschluss in Baden.

Mitmachen

Haben wir dein Interesse geweckt?

Mitmachen können alle im Alter von circa 7 bis 99!
Komm doch einfach spontan bei einem unserer Trainings vorbei oder melde dich bei Corinne Jacquenet per E-Mail.

Es wird dir sicher gefallen! Wir freuen uns auf dich!

Du möchtest dem Verein beitreten?

Das ist ganz leicht! Fülle einfach das Beitrittsformular aus und sende es an Corinne Jacquenet.

Jährlicher Mitgliederbeitrag: